The Philosophy


Free your hair, and the rest will follow…

Ich denke, damit ist schon viel gesagt. Ich persönlich habe meine Locken noch nie “gehasst” und all die fanatischen Glätter und Styler lösen bei mir ehrlich gesagt meist Stirnrunzeln aus. Grundsatzfrage: Wieso sollen Locken denn nicht “gut” und “normal” sein? Ich versteh’s nicht!

Wer “Probleme” mit seinen Haaren hat, wird die auch nicht los, in dem man letztere grillt.

Sollte unter den Lesern eine Curly sein, die jetzt endlich mal ihren Locken den Weg ins gekonnte Kräuseln zeigen will, kann ich 1. diesen Post empfehlen (höhö) und 2. ua. die Webseite naturallycurly.com. Viele viele Infos zur Lockenpflege (wie immer gilt: Selbst ausprobieren, nicht alles, was für viele funktioniert, muss es für einen selber auch tun etc), bzw. auch eine Lockentypbestimmung – ich bin beispielsweise Typ 3, A-B, (Low Porosity, High Density, Coarse, Medium-Long). Was ist euer Haartyp? ;)

Ich werde in meiner Haarigen Themenreihe sicher noch öfter auf definitive Produktempfehlungen und –entfehlungen eingehen, in diesem Post möchte ich mal Grundsätzliches zur Lockenpflege – insbesondere die Cury Girl (CG) Methode – eingehen. Fragen einfach kommentieren bitte – ist mir auch für folgende Posts wichtig zu wissen, was ihr gern noch lesen wollt. In meinem Ankündigungspost hattet ihr schon einige Fragen gestellt, von denen hier hoffentlich ein paar beantwortet werden.

 

Dos & Don’ts

Auflistung nach CG Methode – das Meiste habe ich schon probiert bzw. führe ich immer noch so durch:

• So wenig Shampoo, Produkte wie möglich: Ursachensuche (Kopfhaut pflegen), statt Symptombekämpfung (“Repairshampoos”) • Build-up auf Kopfhaut, Haaren durch zu viele Produkte – führt zu häufigerem Waschen, trockener Kopfhaut, mehr Produkte gegen Schuppen/trockene Haare…. Teufelskreis!
• Generell auf INCIs achten – empfehle als erste Anlaufstelle codecheck.info • Der Werbung glauben
• Waschen mit Conditioner – “Co-washing” • “Harsche” Shampoos mit Sulfaten und Silikonen
• So kühl als möglich waschen • Sehr heißes Wasser draufknallen
• Feuchtigkeitsspendende Haarkuren/öle anwenden – Locken sind meist trocken • Entzogene Feuchtigkeit durch Umwelteinflüsse ignorieren → Frizz!
• Korrekt und ca. alle 6 Wochen mal die Enden schneiden lassen – die “Wohlfühllänge” der Locken (!) finden • Beim Friseur vorm Schnitt die Haare ausbürsten lassen (oh Graus. Wehrt euch! Wech mit dem Folterinstrument!)
• Breitzinkige Kämme verwenden • Trockene Locken bürsten
• Lufttrocknen lassen, maximal Diffusor • Frottieren, Heißluftföhnen
• Auf glatten, eher Satinkopfkissenbezügen schlafen • Zu oft direkter Sonneneinstrahlung aussetzen
• Während dem Trocknen nicht anfassen • Zu viel in den Haaren rumzupfen, trocken wie nass
• Haare offen, locker gebunden/gesteckt tragen • Häufige, sehr straffe Zöpfe
• Weiche Haargummis – besonders nachts für die “Ananas” (seeehr einfach, Bilder im Link sagen schon alles…und erklären den Namen) • Enge Haargummis mit Metallschweißung
• Die Locken als Lebensgefühl liebgewinnen • Selbstverleugnung, wenn man lockige Haare hat

Ja, man darf und soll Conditioner sogar bist zur Kopfhaut einmassieren! Richtig ausgewaschen gibt das keine fettigen Haare. Der Conditioner ist einfach viel sanfter zu Haut und Haar (aber auch da vorher Incis durchforsten)– und ja, auch Wasser und Balsam können “Schmutz” loswerden. Stellt euch das so vor wie Feinwäsche: Da klatscht man auch nicht den schärfsten Fleckentferner drauf. Sauber ja, aber die Fasern kann man vergessen. Haare sind eben auch nur “Fasern”. Seid sanft ;)

LockenLocken

Curlies da draußen, mit Nachdruck: Alle Lockentypen können “schön und gepflegt” aussehen. Es gibt kein “aber bei mir nich, ich muss glätten!!11!”

Ja, ich kann verstehen, dass man sich hin und wieder die Haare ausföhnt, glättet, mal eben für nen anderen Style, wie die Glatthaarträger sich eben auch nen Lockenstab zulegen…aber grundsätzlich geht ja mal nicht ;)

Und ich versichere euch: Kein roter Lippenstift, keine schöne Tasche erntet jemals so viel Aufmerksamkeit und fast schon neidische Komplimente (ich weiß nicht, wie oft ich schon ungefragt bewuselt wurde. Also, also!) wie schöne lockige Haare.

Locken

Und ja, das im Haarigem Header sind meine eigenen Haare.

Noch mehr Haarbilder habe ich hier im hair p0rn tag gezeigt, und auch hier bei der Vorstellung einer neuen Haarfarbe. Zum Färben kann ich nur sagen: Meine Haare vertragen’s.

 

Products

LockenDie Grundausrüstung für Curlies ist relativ einfach:

  • Feuchtigkeitsspendender (silikonfreier) Conditioner
  • (Silikon- und sulfatfreies Shampoo)
  • Breitzinkiger Kamm
  • Gel oder Styling Cream, bevorzugt ohne Alkohol
  • Altes Baumwollshirt – am besten mit langen Ärmeln!
  • Diffusor

Der richtige Conditioner ist mitunter das Wichtigste in der Routine – er sollte reichhaltig genug sein, um Haarknoten zu lösen, aber auch keine Rückstände auf der Kopfhaut hinterlassen.

Ich bin ehrlich und sage: Ich benutze ab und an durchaus immer noch Shampoo. Ich mag das Schaumige, den Geruch – meine Haare haben sich dagegen auch noch nie gewehrt.

Dass Bürsten Tabu sind, wisst ihr ja schon, ein Kamm ist das Mittel zum Zweck! Ich kämme meine Haare bspw. nur wenn ich Conditioner drin habe und unter der Dusche stehe. Und nein, ich wasche meine Haare sicher nicht täglich…morgens einfach die Ananas aufschütteln, vl. ein bisschen Lavendelwasser drauf, fertig!

Gel oder Creme sind wirklich wahr das einzige Stylingprodukt, das lockige Haare brauchen! Für meine 3A-B Locken nehme ich eher klares Gel (ca. walnussgroße Menge), vor allem, weil ich mir einbilde, dass milchige Cremes meine Haare stumpf aussehen lassen. Für Typen C+ sind aber die feuchtigkeitsspendenderen Cremes durchaus empfehlenswerter.

 

Plopping/Plunking für lange Locken

Und wer sich jetzt fragt, wozu man bei langen Locken ein altes Baumwollshirt braucht:

Wie es gemacht wird, wird schön gezeigt (ab Minute 3:46, vorher geht sie auf die Pros und Cons ein, sie ploppt auch 1231x sorgfältiger als ich!). Man sollte nur drauf achten, die etwaigen Styingprodukte (Gel, Cream, Schaum) VORHER in die nassen Haare zu crunchen, und dann erst zu ploppen. Man kann “den Plop” drauflassen, so lange man will – ich bin dazu übergegangen, nach dem Duschen für so 3-4 Stunden zu ploppen und es vor dem zu Bett gehen aufzulösen. Es löst sich bei mir im Bett ohnehin und wird nur unbequem. Ich benutze ein altes Pyjama Oberteil, so brauche ich nicht so fest zu drehen und kann die Ärmel am Hinterkopf überkreuzen und vorne verknoten.

Mir persönlich ist es ganz egal, wie leicht schräg man damit aussieht – es bewahrt mich davor, in den nassen Haaren rumzuwuscheln und vor allem im Winter vor ewig langen kalten Schultern und Rücken…brr.

Dass die (langen) Haare sich dadurch schon während dem Trocknen schön formen, ist sozusagen noch ein Bonus.

 

Diffusor

Ja, und wenn meine Haare frühmorgens doch noch zu feucht sind um in einer Stunde durchzutrocknen (aka verschlafen und ich muss in die Kälte), greife ich ausschließlich zum Diffusor. Ich denke, ihr wisst alle, dass das diese Aufsätze mit den Zacken sind. Im Video wird noch ein “soft diffusor” gezeigt, aber das habe ich bei uns noch nie gesehen.

Mit Diffusor föhnt man also nur von unten und die Locken kringeln sich wie von selbst. Durch die warme (nie heiße!) Luft und das Überkopfföhnen verschafft das den Locken meist nochmal extra Volumen. Hallo Löwenmähne!

 

Extra Tips

  • LockenBeim grobzinkigen Kamm darauf achten, dass er zwischen den Zacken glatt abgeschliffen ist – ein Holzkamm wäre eine gute Möglichkeit
  • Falls ihr euch beim Kämmen unter der Dusche wundert: Besonders bei Curlies ist es NORMAL, dass die Haare erst unter dem Wasser “rausrutschen”. Ist ja ganz logisch: Bei glattem Haar verabschieden sich die normalen Haarausfälle einfach so, bei Curlies wird verhakt und gewartet, bis man die Ausschussware manuell los wird. `(normaler Haarausfall sind pro Tag an die 100 Haare – bei langen, lockigen Haaren sieht das oft weit mehr aus!)
  • Neben der Dusche einen alten Zahnputzbecher oä deponieren – so kann man nach der Dusche ganz einfach mit kaltem Wasser nachspülen, wenn man selbst keine Wechselduscherin ist.
  • Zum ersten “Trockenlegen” der Haare nach dem Waschen ein Microfasertuch probieren. Oder ein altes Baumwollhemd. Wer mit brüchigen, trockenen, splissigen Enden zu kämpfen hat, sollte ganz auf Frotteehandtücher verzichten.
  • Ich wasche meine Haare eigentlich nur abends: Morgens werden die nicht trocken und ich will nicht Diffusor-abhängig werden. Abends gewaschen, geploppt und das handtuchtrockene Haar in eine Ananas hochgebunden (ich lege das Haarband nur einmal um die ganzen Haare – mehr geht auch nicht err) und morgens öffnen, so dass die letzten feuchten Stellen gut trocknen können.
  • Ein sehr glatter (Satin) Kopfkissenbezug ist ein guter Tipp. (Ein noch besserer “Tipp” ist es, nicht nur für die Haare!, die Bettwäsche wöchentlich zu wechseln. Durch die Schweißabsonderung nachts sollte man Bettwäsche ohnehin maximal 10 Tage belassen, einfach wöchentlich wechseln tut aber auch den Haaren gut.)
  • Sollte die Kopfhaut jucken: Einfach mal kratzen! Ja, ich weiß, wie kann man nur. Es kann besonders in der Umstellungsphase zu sulfatfrei öfter jucken, aber einfach durchhalten oder ne saure Rinse machen ;) (Sulfate sind bekannte Juckreizauslöser. Sie lassen ua das Shampoo schön schäumen – im Grunde das selbe wie in Waschmitteln, und da kommt’s auch nicht selten vor, dass ein Shirt juckt, ne? Aber zu Incis versuche ich nochmal zu posten!)
  • Und als Abschluss: Ein bisschen Frizz schaut manchmal sympathischer und besser aus als betonierte Locken! :)

 

So, und wie schaut eure Haarpflege aus? Gibt es hier Curlies, die auch so zufrieden mit ihren Haaren sind? Gibt es noch explizite Fragen?